3000 € für die eigene Website ausgegeben und dann hat sie im Monat genau zwei Besucher: Sie und Ihre Mutter. Das ist so ungefähr der Grund, wieso Sie Suchmaschinenoptimierung angehen wollen? Oder vielleicht steht die eigene Internetseite noch auf der To-do-Liste und Sie wollen genau das vermeiden? Dann kommt hier eine einfache Erklärung der wichtigsten Grundlagen, inklusive dem Wie und einem kleinen SEO-Lexikon für Beginner.

Was ist Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Suchmaschinenoptimierung wird oft mit SEO abgekürzt (Search Engine Optimization). Immerhin spart man sich damit ganze 21 Buchstaben. Das ist eine recht wörtliche Übersetzung. Nun will man mit SEO kaum die Suchmaschinen selbst optimieren, sondern für Suchmaschinen optimieren. Also Websites, Videos oder auch Blogbeiträge so anpassen, dass sie gefunden werden – und das von möglichst vielen Menschen in der eigenen Zielgruppe.

Es geht dementsprechend um die Sichtbarkeit einer Webseite, weshalb Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Marketingstrategie ist. Um Suchmaschinenoptimierung zu verstehen, hilft, sich anzuschauen, wie eine Seite mit Suchergebnissen aussieht:

SERP von Ecosia, Suche "Suchmaschinenoptimierung", 2 bezahlte Anzeigen, darunter das erste organische Ergebnis (SEO)
Hier habe ich die Suchmaschine Ecosia verwendet. Sie basiert auf Bing und nutzt 100 % der Gewinne für den Umweltschutz. Findet man mal nicht, was man sucht, fügt man einfach hinter die Suche #g ein und landet direkt auf Google.

Erst mal werden bezahlte Ergebnisse angezeigt (zu erkennen an dem kleinen Wörtchen „Gesponsert“). Danach kommen unbezahlte Ergebnisse, und zwar ungefähr zehn Stück auf der ersten Seite. Je höher eine Website hier gelistet ist (auch Ranking genannt), desto wahrscheinlicher ist, dass die suchende Person darauf klickt.

Und das lässt sich messen. Tatsächlich klicken die allermeisten auf das erste Suchergebnis, manche auch auf das zweite oder das dritte. Dann gibt es noch vereinzelte Klicks für die übrigen Plätze auf der ersten Seite, und selten (ca. 5 %) verirrt sich jemand auf Seite 2. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn die Anfrage missverständlich oder ungenau ist und das Gewünschte nicht gefunden wurde.

Das heißt im Umkehrschluss: Man will mit seiner Seite unbedingt auf Platz 1 – Platz 2 oder 3 sind auch noch gut, es sollte aber mindestens Platz 10 im Ranking sein. Wie das funktioniert? Grob gesagt, indem man hochwertige Inhalte veröffentlicht und indem die Suchmaschinen verstehen, um welches Thema es auf der jeweiligen Seite geht.

Begriffe rund um Suchmaschinenoptimierung, die man kennen muss

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die für Laien eher nach Bahnhof klingen. Damit Sie wissen, wie Sie sich informieren und verstehen, was SEO-Agentur oder Freelancer Ihnen sagen möchten, hier ein kleines Lexikon.

Keyword

Ein Keyword ist ein Suchbegriff, auf den man seinen Internetauftritt bzw. eine einzelne Webseite optimieren will. Für das Finden von Keyword-Ideen gibt es Tools. Es hilft aber, erst mal zu verstehen, wie Leute nach etwas suchen: so wenige Begriffe wie möglich, so viele wie nötig, damit das gewünschte Ergebnis erscheint. Grammatik ist dabei oft nicht so wichtig – die Deutschlehrerin oder Korrektorin schaut ja nicht über die Schulter. 😉
Ein Beispiel: Sie suchen nach einer grünen Hose. Dann geben Sie vermutlich „Hose grün“ ein und nicht „Ich möchte eine grüne Hose in M kaufen.“

Suchvolumen

Das Suchvolumen sagt aus, wie häufig ein Suchbegriff oder Keyword in einem bestimmten Zeitraum (i. d. R. ein Monat) ungefähr gesucht wird. Manche Tools geben nur einen groben Größenbereich an, bei einigen erhält man auch eine Einschätzung, wie sich das Suchvolumen zuletzt entwickelt hat, um Trends zu finden.

Metadaten

Metadaten werden im Code der Website in sogenannten Meta-Tags ausgeliefert. So gibt es einen Tag für den Titel (title) und einen für eine kurze Beschreibung der Webseite (Meta Description).

Alt-Text

Alt-Text dient der Barrierefreiheit von Bildern. Sie werden darin für Blinde beschrieben. Er wird aber auch angezeigt, wenn eine Grafik aus irgendeinem Grund nicht geladen werden kann. Alt-Text wird von Suchmaschinen und Screenreadern ausgelesen, sollte bei keinem Bild fehlen und möglichst ein Keyword enthalten.

SERP

SERP ist die Search Engine Results Page, also die Seite, die Suchmaschinen als Antwort auf eine Suchanfrage anzeigen.

Traffic

Traffic bedeutet übersetzt Verkehr. Im übertragenden Sinne wird der Begriff für Besucherzahlen auf Websites benutzt. Das Ziel von SEO ist, den Traffic möglichst hoch zu halten.

Backlink

Ein Backlink ist ein Link auf einer anderen Website, der auf Ihre Homepage verlinkt. Eine SEO-Maßnahme ist es, möglichst viele Backlinks zu erhalten – und zwar auf möglichst vielen Seiten, die Suchmaschinen als gut und relevant einstufen.

Domain Authority

Die Domain Authority ist eine Kennzahl in der Suchmaschinenoptimierung. Sie gibt Ausschluss darüber, wie gut eine Website von Google bewertet wird. Der Score basiert unter anderem auf der Anzahl an guten Backlinks. Sie hilft dabei einzuschätzen, wie hoch das Potenzial ist, dass man sich  für bestimmte Keywords gegen die Konkurrenz durchsetzen kann.

Indexierung

Die Aufnahme von Webseiten in den Suchmaschinen-Index nennt man Indexierung. Durch die Indexierung können Seiten in den Suchergebnissen erscheinen. Für Google kann man eine priorisierte Indexierung über die Google Search Console beantragen. Dadurch wird der Prozess häufig deutlich beschleunigt, gerade wenn es um eine neue Website mit wenigen Inhalten geht.

Organische Reichweite

Organische Reichweite ist das Gegenteil von bezahlter Reichweite durch Ads. Sie bezieht sich also auf die Anzahl der Nutzer, die Inhalte auf natürliche Weise angezeigt bekommen – etwa durch Suchmaschinenoptimierung.

Duplicate Content

Gleiche oder sehr ähnliche Inhalte werden als Duplicate Content bezeichnet. Identifiziert eine Suchmaschine Inhalte als Duplikat, sprechen SEO-Experten davon, dass sich Beiträge kannibalisieren: Der Algorithmus wählt dann eine der Webseiten aus, die ausgespielt wird, während die andere an Reichweite verliert.

Local SEO

Als Local SEO bezeichnet man Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung, die darauf abzielen, einen Internetauftritt in einer bestimmten Region oder Stadt sichtbar zu machen. Beispiele wären „Suchmaschinenoptimierung Wiesbaden“ oder „Gärtnerei Hamburg“.

Snippet

Das Snippet ist die Website-Vorschau, die auf der SERP angezeigt wird. Werden Metadaten nicht gepflegt, zieht sich die Suchmaschine in der Regel den Anfang des Texts. Der ist häufig zu lang, wird abgeschnitten und lädt deshalb nicht zum Klicken ein.

Suchmaschinenoptimierung – wie funktioniert das?

Jetzt haben Sie die ersten Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung kennen gelernt – fehlt noch das: Und wie funktioniert das jetzt? Es gibt viele verschiedene Maßnahmen auf dem Weg zur Spitzenposition der Suchmaschinen. Manche müssen auf der eigenen Website durchgeführt werden, müssen etwa beim Erstellen von Texten zu bedacht werden, ein paar sind technischer Natur.

Vergessen Sie nicht: Die Algorithmen von Google & Co. werden ständig angepasst, so dass Betrug und fehlende Nutzerfreundlichkeit immer weiter in der Gunst sinken. Auf der anderen Seite gibt es keine hundertprozentige Anleitung zu SEO, weil der Algorithmus sehr komplex ist und sich die Suchmaschinen da nicht zu sehr in die Karten schauen wollen. Maßnahmen werden häufig aus Leaks oder Beobachtungen von größeren Playern abgeleitet – gleichzeitig bekommt man deshalb hin und wieder unterschiedliche Empfehlungen von SEO-Fachleuten, die sich vielleicht sogar widersprechen. Legen Sie den Fokus also darauf, was für die Lesenden wirklich einen Mehrwert bringt. Damit sind Sie langfristig auf der sicheren Seite.

On-Page-SEO

On-Page Suchmaschinenoptimierung bezieht sich auf solche Maßnahmen, die auf der eigenen Website durchgeführt werden. Dazu gehören:

  • Texte: Relevante und einzigartige Inhalte, die Nutzern einen echten Mehrwert bieten und stilistisch auf die Zielgruppe eingehen. Die identifizierten Keywords werden dabei sinnvoll an den wichtigsten Stellen integriert. Das ist insbesondere in den Überschriften, am Anfang des Texts bzw. am Anfang von Absätzen. Sinnvolle Synonyme und andere Begriffe, die für den Text wichtig sein könnten, werden ebenso berücksichtigt. Die aktuelle Vorgehensweise dabei nennt sich WDF*IDF.
Frau schreibt am Laptop Texte für Websites
  • Metadaten: Metadaten werden so gepflegt, dass sie den Inhalt der Seite widerspiegeln und sollten ebenso das Hauptkeyword enthalten. Da Titel und Beschreibung auch auf der SERP landen, sollten sie ansprechend sein und dazu anregen, auf die Seite zu klicken.
  • Interne Verlinkungen: Durch interne Verlinkungen (von einer Seite der Website auf eine andere Seite der Website) leitet man den Besucher an. Man gibt ihm weitere Informationen an die Hand, die für den Themenbereich relevant sind. Gleichzeitig sind interne Links ein Zeichen für Suchmaschinen, dass Inhalte relevant sind. Je präsenter auf der Seite ein Link untergebracht wird (beispielsweise auf der Startseite, in der Navigation oder der Fußzeile), desto größere Bedeutung wird ihm beigemessen.

Off-page-Optimierung

Off-page-SEO folgt einem ähnlichen Prinzip wie On-page-SEO, nur mit Links von anderen Webseiten auf Ihre Website. Je besser der Score der anderen Website, also je vertrauenswürdiger und hochwertiger sie ist, desto größer der Effekt. Diese Links werden auch Backlinks genannt.

Technische Suchmaschinenoptimierung

„Ohje, jetzt wird’s knifflig“ werden sich manche jetzt denken. Tatsächlich ist technisches SEO für alle, die nicht Programmierer sind, wohl die komplizierteste Disziplin. Aber keine Angst, auch hierfür gibt es Tools, die Abhilfe schaffen.

  • Ladegeschwindigkeit, bzw. Page Speed: Hier wird gemessen, wie lang eine Website braucht, bis sie Inhalte anzeigt. In unserer schnelllebigen Welt entscheidet dies tatsächlich darüber, ob Leute direkt wieder abspringen oder nicht. Deshalb werden Seiten mit schnellen Ladezeiten auch vom Algorithmus bevorzugt.
  • Website-Gesundheit: Wie viele Links sind veraltet und geben eine 404-Meldung aus? Wie viele Links werden auf andere Seiten weitergeleitet?
  • Responsiveness: Responsive ist eine Website, wenn sie sich je nach dem verwendeten Bildschirm anpasst. Auch auf dem Smartphone sollen Inhalte lesbar und Elemente klickbar sein – und zwar ohne Zoomen und lästiges Hin- und Herscrollen. Spannenderweise haben viele Websites dieses Memo noch immer nicht bekommen: Immerhin gilt bei Google schon seit einer Weile die mobile Version einer Website und ihre Nutzerfreundlichkeit als ausschlaggebend (Mobile First Indexierung).

Fazit: So funktioniert gutes SEO

SEO ist ein Marathon, kein Sprint. Das muss man sich vor Augen führen. Es bedeutet einerseits, dass man nicht direkt große Erfolge erwarten kann. Andererseits sind die Effekte von guter Suchmaschinenoptimierung langanhaltend.
Einer meiner Kunden, ein Rechtsanwalt, hatte beispielsweise nach der Eröffnung eines zweiten Standorts mit der traditionellen Flyerwerbung keinen Erfolg. Ich habe einige Monate an der Suchmaschinenoptimierung gearbeitet und es kamen mehr und mehr Anfragen rein. Das hörte auch nicht auf, als er sich entschieden hatte, die Kanzlei zu schließen.

Und das ist meistens der große Vorteil im Vergleich zu bezahlten Anzeigen: Da ist der Effekt verschwunden, sobald das Geld nicht mehr fließt. SEO hilft langfristig dabei, Traffic und somit potenzielle Kundschaft zu gewinnen. Lassen Sie diese Chance in Zeiten von Digitalisierung, ChatGPT und Co. nicht ungenutzt.

Die SEO-Grundlagen haben Sie jetzt verstanden, aber Unterstützung mit der Website könnte trotzdem nicht schaden?

Ich arbeite seit 2019 selbstständig als Online-Redakteurin und im Online-Marketing und habe schon vielen tollen Kundinnen und Kunden zu mehr Sichtbarkeit verholfen.

Portrait Jessica Schaffrath-Oberle, Textatelier73 mit Laptop
Kategorien: Marketing